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 BeitragVerfasst: Di 22. Sep 2015, 12:31   
Rennleitung

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Auf was für Gegner müsste sich ein deutscher Trainer beim Casablanca-Grand Prix Ende November einstellen? Auf ein ehemaliges Kölner Pferd von GoldZack-Guido Schmitt zum Beispiel. Der sechsjährige Lateran Accord, der gerade erst für spanische Rechnung den Grand Prix Jockey Club in Zürich gewann, soll nach Aussage seines Trainers als nächstes auf der Madrider Heimatbahn am 25. Oktober das Herzog von Toledo-Memorial bestreiten und anschließend in „Casa“ am 21. November den König Mohammed Grand Prix. Im letzten Frühjahr hatte der damals von Waldemar Hickst trainierte Rock of Gibraltar-Sohn ein GAG von 87,5 kg.


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 BeitragVerfasst: So 11. Okt 2015, 10:34   
Rennleitung

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Eines der sichtbaren Zeichen für den aufstrebenden marokkanischen Galopprennsport ist die Zuwanderung von ausländischen Trainern. Als einen der Aufsteiger in dieser Branche kann man zweifellos die Französin Stéphanie Haesmans ansehen, die aus dem hohen Norden unseres Nachbarlandes unweit der Rennbahn Le Croisé-Laroche stammt. Als Rennreiterin war sie eine echte Weltenbummlerin, war in Warschau genauso wie auf den französischen Karibik-Inseln Guadeloupe und Martinique aktiv. Seit anderthalb Jahren ist sie nun in Rabat als Trainerin tätig. Mit 25 Pferden im Stall rangiert sie derzeit auf Platz 16 der 45 Namen umfassenden Trainer-Statistik, wobei sie mit einem sportlich besseren Erfolg für Aufmerksamkeit in der Szene sorgen konnte. Man kann in Marokko also auch erfolgreich sein, wenn man nicht für einen der beiden großen Rennställe arbeitet.

Die beiden Großen, das sind der königliche Rennstall und das private Jalobey Racing einer reichen Unternehmerfamilie. Am letzten Freitag schickten die beiden Quartiere ihre besten Inländer ins Vorbereitungsrennen für den internationalen Grand Prix Ende November. Der sechsjährige Hengst Sultan von Jalobey Racing gewann locker, so dass man ihn als härtesten Gegner der Europäer beim internationalen Meeting am 21. November ansehen muss. Für das Highlight vorgestern wurden auch zwei Gastjockeys aus Italien und Spanien eingeflogen.


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 BeitragVerfasst: So 11. Okt 2015, 16:46   
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Übrigens war auch der Vater von William Mongil einige Jahre lang als Trainer in Marokko tätig. Einer, der schon seit weit über dreißig Jahren im Königreich ansässig ist, ist der französische Jockey Gérard Rivases. Als Stalljockey des königlichen Rennstalls hat er dort einen Traumjob. In den Siebziger Jahren war er in Paris Stalljockey für berühmte Besitzer wie Marcel Boussac und Baron Rothschild. Hinsichtlich seines genauen Alters zirkulieren unterschiedliche Angaben. Ich glaube einer Quelle, derzufolge Rivases im nächsten Februar schon 66 Jahre alt wird. Mittlerweile reitet er zwar seltener, rangiert aber immer noch auf Platz 14 der marokkanischen Statistik und hat mit 22 % weiterhin den besten Siegschnitt aller Jockeys. Den Sommer verbringt er immer zum Relaxen in Frankreich, weil es dann im marokkanischen Turf wetterbedingt ruhiger zugeht.


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 BeitragVerfasst: Mo 12. Okt 2015, 13:23   
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Michael Figge fand im letzten Frühjahr Erwähnung in einem Bericht der marokkanischen Rennzeitung – aber nicht wegen eventueller Auswanderungspläne, sondern weil er in Paris einen Grupperenn-Treffer gelandet hatte. Die Marokkaner interessieren sich sehr für den französischen Turf und wetten auch seit Jahrzehnten mehr auf Paris als auf die einheimischen Rennen. Für diese Zwecke haben sie den PMUM, den „PMU marocain“. Allein in der Millionenstadt Casablanca gibt es hundert Annahmestellen.

Im Oktober marschieren die deutschen Pferde weiterhin in Marokko. Am Arc-Tag gewann zeitgleich Roland Dzubasz' ehemaliges Derbypferd Karltheodor in Rabat auch sein zweites Rennen nach seinem Export ins Königreich. Da gilt eben das Motto: Wenn Du es in Hoppegarten schaffst, dann kannst Du es überall schaffen... GaloppOnline hatte im September über sein erfolgreiches Debut im Maghreb berichtet. Und gestern wurde auch der von Matthias Seeber gezogene Striving wieder angespannt. Nach vier Seriensiegen in dieser Saison reichte es gestern, um einen Kopf geschlagen, in Rabat allerdings nur zum Ehrenplatz. In jedem Fall bleiben die beiden deutschen Importpferde heiße Kandidaten für das internationale Meeting Ende November.


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 BeitragVerfasst: Mo 12. Okt 2015, 17:40   
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Racingman hat geschrieben:
Übrigens war auch der Vater von William Mongil einige Jahre lang als Trainer in Marokko tätig. Einer, der schon seit weit über dreißig Jahren im Königreich ansässig ist, ist der französische Jockey Gérard Rivases. Als Stalljockey des königlichen Rennstalls hat er dort einen Traumjob. In den Siebziger Jahren war er in Paris Stalljockey für berühmte Besitzer wie Marcel Boussac und Baron Rothschild. Hinsichtlich seines genauen Alters zirkulieren unterschiedliche Angaben. Ich glaube einer Quelle, derzufolge Rivases im nächsten Februar schon 66 Jahre alt wird. Mittlerweile reitet er zwar seltener, rangiert aber immer noch auf Platz 14 der marokkanischen Statistik und hat mit 22 % weiterhin den besten Siegschnitt aller Jockeys. Den Sommer verbringt er immer zum Relaxen in Frankreich, weil es dann im marokkanischen Turf wetterbedingt ruhiger zugeht.


Sie meinen diesen hier

http://www.galopp-sieger.de/galoppsiege ... =1950&bkj=

in den 60ern und 70ern habe ich noch größere Lücken bei den Reitern und Besitzern in den französischen Rennen. Deswegen kommt er bei GS nicht so oft vor. Wenn der mit fast 70 noch reiten, dann will der Pal Kallai als ältesten Jock im Sattel wohl Konkurrenz machen. ;-)

v. Blücher


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 BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2015, 19:42   
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Das Gegenteil des „alten Sacks“ Gérard Rivases ist sie: Bouchra Marmoul (24, Foto von Paris-Turf: http://cdn2.paris-turf.com/medias/_cach ... 26359a.JPG ), Marokkos erste Berufsrennreiterin, eigentlich wohl eher Jockey-Lehrling nach unseren Standards. Eine richtige Aschenputtel-Geschichte und deshalb wert, erzählt zu werden.

Mit den Sitten und Gebräuchen in den islamischen Ländern ist das für uns Ungläubige ja immer so eine Sache. Tief im Landesinneren der Elfenbeinküste hatte ich mal den dusseligen Fehler gemacht, durch eine Moschee zu latschen, und war anschließend nach einer längeren Beschimpfung durch den aufgebrachten Mob (äh, die Gläubigen natürlich) heilsfroh, die Flucht ergreifen zu können. Die Sittenstrenge in den einzelnen muslimischen Ländern variiert ja beträchtlich, wobei der beste Vergleichsmaßstab immer die Rechte der Frauen sind: Dürfen sie zur Schule gehen? Dürfen sie wählen? Dürfen sie Autofahren? Müssen sie in der Öffentlichkeit gar vollverschleiert gehen? In Marokko dürfen Frauen seit anderthalb Jahren sogar Jockey werden. Ganz leicht war es für Bouchra Marmoul trotzdem nicht, die Lizenz zu erhalten.

Obwohl sie in der Nähe der Küstenrennbahn von El Jadida (100 km südlich von Casablanca) aufwuchs, deutete zunächst nichts in Richtung einer Jockey-Karriere, weil ihre Familie nichts mit Pferden zu tun hatte. Bouchra arbeitete jedoch als Hausangestellte bei einer Rennsportfamilie und kam so in Kontakt mit den Hottemäxen. Erst im Alter von 16 Jahren saß sie dann zum ersten Mal auf einem Pferd. Bis sie schließlich auf einem Vollblüter galoppieren durfte, dauerte es allerdings noch einige Zeit. Als es endlich so weit war, fiel sie viermal innerhalb von sechs Minuten runter, aber das spornte sie nur noch mehr an. Ihr erstes Rennen ritt sie dann vor anderthalb Jahren im April 2014. Seitdem ist sie auch schon in England, Frankreich, Polen und Abu Dhabi im Rennsattel gewesen und war dabei siegreich und platziert. Also eine talentierte Nachwuchskraft, die mit 57 kg aber kein Leichtgewichtsjockey werden wird. Mit ihren männlichen Jockey-Kollegen kommt sie übrigens super aus, ganz ohne Chauvi-Attitüden der Konkurrenz.


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 BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2015, 20:02   
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gibts da auch gestütsbücher und ähnliches?


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 BeitragVerfasst: Di 13. Okt 2015, 23:26   
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@Martin: Was „Ähnliches“ für Sie ist, kann ich nicht ganz erraten, aber ein Gestütbuch für die englischen Vollblüter gibt es in Marokko. Das ist in den Unterlagen der IFHA in Paris so festgehalten. Die dortige „List of approved stud books“ umfasst weltweit 66 Länder, darunter Deutschland und Marokko. Dazu kommen noch drei Länder mit zwar ursprünglich genehmigtem Gestütbuch, das aber nicht mehr weitergeführt wird. Das betrifft zum Beispiel Portugal.

Was Gestütbücher der anderen Pferderassen angeht, kann ich nichts dazu sagen. In Marokko werden ja Galopprennen für diverse Rassen ausgetragen, wobei der Schwerpunkt bei den arabischen und englischen Vollblütern liegt. Etliche Rennen werden auch für Anglo-Araber ausgeschrieben, und auf den kleineren regionalen Rennbahnen ist das Angebot noch größer. In Marokko existieren fünf Nationalgestüte des Staates sowie private Gestüte. Das wohl wichtigste private Vollblutgestüt (Jalobey Stud) ist ungefähr 30 km von der Hauptstadt Rabat entfernt. Dort werden auch Rennpferde trainiert. Ausländische Zucht- Lobbies wie Irish Thoroughbred Marketing und das French Racing and Breeding Committee haben schon Kontakte nach Marokko etabliert.

Das deutsche Pendant German Thoroughbred Marketing und die Auktionsgesellschaft BBAG sind wohl noch nicht aktiv geworden, aber es würde sich lohnen. Deutsche Vollblüter haben dort bisher tolle Werbung für unsere Zucht gemacht – es gibt bisher nur keinen Verkaufskanal, der den zweifellos vorhandenen Bedarf der Marokkaner befriedigt. Marokko ist jedenfalls eines der wenigen aufstrebenden Rennsportländer. Ich selber bin von dem Land aus anderen Gründen fasziniert, weil ich meine frühe Kindheit bis zur Schulpflicht teilweise in Südspanien in Sichtweite der marokkanischen Küste verbracht habe und wir später auch Ausflüge nach „drüben“ gemacht haben.


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 BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2018, 17:28   
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Neu: Gratis-Transportflug nach Casablanca

Aktuelles für deutsche Trainer und Besitzer zum bevorstehenden Internationalen Meeting in Casablanca (für allgemeine Erläuterungen siehe das erste Posting in diesem Thread). Im marokkanischen Rennsport geht es seit Jahren toll bergauf, das zeigt sich auch jetzt.

Für den internationalen Renntag der englischen Vollblüter am Samstag 17. November 2018 (die Araber einen Tag später) wird erstmals ein kostenloser Transportflug ab Frankreich angeboten. Ich tippe auf Bordeaux oder Toulouse als Abflugort, aber das wird nach dem Nennungsschluss entschieden. Auch für den terrestrischen Transport aus dem Ausland gibt es Transportkostenzuschüsse.

Das Hauptrennen wird Teil der französischen Rennserie „Défi du Galop“ sein. 108.000 Euro (Sieger die Hälfte) auf 2400 m Sandbahn Rechtskurs. Die weiteren internationalen Rennen: 63.000 Euro, 54.000 Euro, 26.000 Euro. Nennungsschluss am Donnerstag 18. Oktober. Es gibt auch einen Nachnenntermin später.

Die Pferde werden im neuen Trainingszentrum an der Küste zwischen Casablanca und Rabat untergebracht sein.

Wie bisher haben Besitzer, Trainer und Jockey Flug und Hotel gratis, auch für ihre Partner (oder solche, die es werden wollen).


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 BeitragVerfasst: Mi 3. Okt 2018, 07:41   
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Was den Abflugort für den Pferdetransport angeht, ist noch alles offen. In der Ausschreibung ist nur von „Frankreich“ die Rede. Der Rennveranstalter hatte in einem Interview von „Südfrankreich“ gesprochen, vielleicht wegen eventueller spanischer Pferde. Falls aber mehrere Nennungen aus Chantilly und Deutschland eingehen, wäre Paris für den Abflug sinnvoller.

Der Aufenthalt wird vom 16. bis 19. November bezahlt, inklusive aller Transfers zwischen Flughafen, Hotel, Rennbahn und Trainingszentrum. Die Pferdepfleger wohnen im 40 km entfernten neuen Trainingszentrum bei ihren Schützlingen. Das Nenngeld für das Hauptrennen beträgt 600 Euro. Der französische Turfsender Equidia wird den Renntag natürlich wieder übertragen, und dieser kann dann auch in Deutschland bewettet werden.

Einige Infos zur Rennszene:
Der französische Jockey Yohann Bourgois lebt in Marokko, ist Achter der Statistik und hat in der laufenden Saison bisher 300 Ritte. Die Top Ten der Trainer-Statistik besteht zur Hälfte aus Europäern, d.h. aus mehreren Franzosen und einem Spanier. Auch der ehemalige Pariser Jockey Eric Legrix ist als Coach mit enem sehr guten Siegdurchschnitt dabei. Der Spanier Eduardo Buzon hat 80 Pferde im Training und lebt in einem traumhaften privaten Trainingszentrum seines Patrons. Der marokkanische Turf investiert einiges in die Infrastruktur wie Rennbahnen und Trainingszentren. Im letzten Jahr wurde die neue Rennbahn von Marrakesch in Betrieb genommen. Dort werden allerdings keine Rennen für „Engländer“ ausgetragen, sondern nur für arabische Vollblüter und Berber. Neben den sechs Galopprennbahnen für englische Vollblüter gibt es noch weitere für andere Rassen.

Ein Wort an den „Seebär“, Züchter Matthias Seeber (ein früherer Turfnachrichten-Leser, aber hier im Forum wahrscheinlich eher nicht), der auf seiner Deutschlandreise von Frankfurt über Norddeutschland jetzt wohl im Kohlenpott angekommen ist: Sein züchterisches Erfolgspferd Striving (Königstiger-Stravina) ist auch als Siebenjähriger immer noch eines der besten Pferde von Marokko. 2018 bei vier Starts zweimal Sieger, einmal Zweiter, einmal Dritter. Ich gehe davon aus, dass Striving auch beim Internationalen Renntag in Casablanca wieder mit von der Partie ist.

Stellenangebote
Jobs, Jobs, Jobs. Der marokkanische Galopper-Dachverband, der gleichzeitig auch Rennveranstalter auf den sechs Premiumbahnen ist, hat jede Menge Jobs im Angebot für diverse Tätigkeiten. Vom kaufmännischen Bereich über die IT und das Facility Management bis zur audiovisuellen Technik (Produktion von Fernsehbildern), und auch ein Handicapper wird gesucht. Wer Französisch spricht und kein ängstlicher bodenständiger Typ ist, findet in Marokko eine spannende Aufgabe in einem faszinierenden Land.


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 BeitragVerfasst: Mi 3. Okt 2018, 13:58   
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@Racingman
Wie ist das eigentlich mit dmm Toto in Marokko, im Islam ist das Wetten ja verboten. Hat man da einen Trick gefunden, dieses Verbot zu umgehen oder werden die Rennen ohne lokalen Toto gelaufen?

v. Blücher


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 BeitragVerfasst: Mi 3. Okt 2018, 15:31   
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Eine absolut berechtigte Frage. Antwort: Ja, es wird in Marokko ganz offiziell auf einheimische und französische Pferderennen gezockt. Eine Begründung für diese Antwort muss ich Ihnen leider schuldig bleiben. Die einzige Erklärung, die ich habe, ist die, dass Marokko bis 1956 eine französische Kolonie war und dass dies vielleicht kulturell abgefärbt hat. Der Galopper-Dachverband/Rennveranstalter ist dem France Galop nachempfunden, und die Wettorganisation heißt Pari Mutuel Urbain Marocain (PMUM). Den TV-Sender Equidia gibt’s dort auch.

Ein Auszug aus einer internationalen Studie über den Glücksspielmarkt in Afrika:
"The Moroccan gaming market is estimated at about 4.1 billion dirhams in 2009. It is made up of betting on races (Moroccan and French) through a public monopoly enterprise (Pari mutuel urbain marocain, PMUM), of buying lottery tickets from two publicly owned firms (Loterie nationale and Marocaine des jeux et des sports) and six casinos to which Muslim Moroccans should not have access. The betting industry pays 25% of amounts gambled to the state and 70% to gamblers."

(„should not have access“ - eine schöne Formulierung... Und wieso dürfen Muslime auf der Rennbahn alles verzocken, aber nicht im Spielcasino?)

Und weil Sie ja auch Französisch können, habe ich hier noch einen interessanten Zeitungsartikel darüber, wie abseits der offiziellen PMUM-Wettbüros auch noch fleißig schwarz bei Betreibern von Bars und Cafés gezockt wird: http://www.lavieeco.com/news/maroc/soci ... 17157.html


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 BeitragVerfasst: Mi 3. Okt 2018, 23:53   
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Bluecher hat geschrieben:
Wie ist das eigentlich mit dmm Toto in Marokko, im Islam ist das Wetten ja verboten.
Das möchte man kaum glauben, wenn man hierzulande einen Blick in so manche Fußball-Wettbude wirft. :mrgreen:

Was macht man eigentlich in Dubai oder Katar?

_________________
Besuchte Rennbahnen mit Galopprennen: Baden-Baden, Bremen, Cuxhaven, Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen-Horst, Honzrath, Hooksiel, Köln, Krefeld, Mülheim, Neuss, Sonsbeck


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 BeitragVerfasst: Sa 13. Okt 2018, 15:31   
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Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
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Ein französisches Turfmedium hat mir auf Anfrage bestätigt, dass der marokkanische Rennveranstalter den Nennungsschluss vom 18. Oktober auf den 23. Oktober verlängert habe.


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 BeitragVerfasst: So 11. Nov 2018, 13:33   
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Registriert: Mo 1. Nov 2010, 12:11
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Der neu angebotene kostenlose Transportflug für die Vollblüter ab Frankreich hat sich voll ausgezahlt. Für den internationalen Renntag am kommenden Samstag gingen aus Frankreich und Spanien zahlreiche Starterangaben für das Hauptrennen (Défi du Galop) und mehrere hochdotierte Rennen im Rahmenprogramm ein. Die Starterlisten stehen schon seit gestern fest. Im Défi du Galop werden 12 Pferde in die Boxen einrücken, davon 7 aus dem Ausland. Die beiden spanischen Chantilly-Trainer Carlos Laffon (mit Jockey Olivier Peslier) und Mauri Delcher (mit Jockey Stéphane Pasquier) sind mit dabei. Bei Equidia werden die Rennen auch ins Ausland übertragen. Schade, dass deutsche Ställe diese Chance nicht ergriffen haben. Flug und Hotel werden für Besitzer/Trainer/Jockey nebst Anhang bezahlt, dazu fliegt das Pferd ab Frankreich kostenlos. Was will man mehr?

Für deutsche Besitzer und Trainer hier die Valeurs von France Galop der ausländischen Starter: Shogun 50; Oriental 47,5; Caravagio 44,5; Tuvalu 43; Most Empowered 42,5; Ison 40,5; More Than This 33. Zum Vergleich die Valeur, die der von Matthias Seeber gezogene marokkanische Nationalheld Striving bei seiner Exportation vor zwei Jahren hatte: 36. In den letzten zwei Jahren ist der Siebenjährige sicher nicht mehr besser geworden, aber er hat den Vorteil, dass er die Sandbahn von Casablanca kennt und dass er nicht reisen muss. Falls Herr Seeber sein Pferd im TV mitverfolgen will: Striving hat die Startnummer 7, geht aus der äußersten Box 12 ab und trägt einen Dress mit blau-gelbem Schachbrettmuster. Der Konkurrent Ison wurde vom Gestüt Schlenderhan gezogen.


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