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Zusammenhalt

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 BeitragVerfasst: Sa 20. Dez 2014, 20:37   
Rennleitung

Registriert: Sa 6. Nov 2010, 23:42
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Zitat:
Für mich unverständlich
Letzte Woche wurde Manfred Ostermann mit einer halbseitigen Anzeige in der Sport-Welt für 10 Jahre als Präsident der Besitzervereinigung gedankt. Vielerorts führte diese Danksagung jedoch zu oft wenig konstruktiver Kritik an der Arbeit von Manfred Ostermann. Nach meiner Ansicht gebührt diesem Mann für 10 Jahre Ehrenamt volle Anerkennung. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer und Züchter und investiert einen großen Teil seiner knapp bemessenen Zeit für die Belange des Galopprennsports.
Es lief in den letzten Jahren sicherlich nicht alles optimal, und es wurde bestimmt auch die eine oder andere Chance verpasst, dennoch wurde gerade in den letzten ein, zwei Jahren auch einiges auf den Weg gebracht. Hier möchte ich nur die Schlagworte Dreijährigen-Rennen, Züchterprämie, erhöhte Rennpreise nennen. Des Weiteren sollte man nicht vergessen, Manfred Ostermann ist nicht der deutsche Galopprennsport. Es bedarf immer mehrerer Personen, um etwas zu verändern und zu bewegen. Die Diskussion und der Ausdruck von Missfallen einzelner Protagonisten zeigt mit aber auf, was im deutschen Galopprennsport fehlt: Zusammenhalt. Vielleicht sollten wir uns in der Weihnachtszeit darauf besinnen, dass nur mit gebündelter Kraft etwas erreicht werden kann. Es gibt genug Personen, die sich schon engagieren oder Interesse bekundet haben. Wenn immer nur alles schlecht geredet wird, dann wird es allerdings ein schwieriges Unterfangen.


So Anonymus-Finish in der aktuellen Wochenend-Ausgabe der SW.

Salbungsvolle Worte zum Advent. Amen. Doch, sieht Niemand die pharisäerhafte Anmutung des Ansinnens, die Widersprüchlichkeiten in diesem Beitrag?

Ist es nicht drollig: Wen immer man zufällig anspricht, Jeder gibt vor hiesige Freisprechbühne nicht zu kennen („- weil da nur Spinner und Krakeeler schreiben, da mache iicchh nienicht mit“). Und dann wisien doch Alle Bescheid und man findet in der sog. Fachpresse immer wieder – und in jüngerer Zeit sogar öfters – Bezüge auf Ideen und Gedanken, die im Hiesigen längst schon angesprochen oder „durchdiskutiert“ worden sind. Auch Anonymus-Finish hat sich hier bereits inspirieren lassen und hat aus diesem Brunnen geschöpft, aber selten / nie so deutlich wie diesmal.
Ein allgemeines Problem der Internet-Öffentlichkeit ist sicher, dass es darüber noch leichter ist als es wohl seit altersher im Galopprennsport zum guten Klatsch- und Tratsch-Ton gehörte: Nicht miteinander, sondern übereinander reden – und dann, so sind die Menschen halt, bevorzugt abfällig. Irgendwie gehört dieses Ritual sogar zur tradierten Brauchtumspflege dieser elitären Nischengesellschaft, denn „Man selbst ist stets der Größte und Einzigwahre und alle Anderen sind Deppen ohne jede Spur von Ahnung über den Sport und seiner mitunter eigentümlichen Gepflogenheiten.“

Nur zur Erinnerung, werter Anonymus-Finish: Der nun mit großem Erfolg durchgeführte „Gestütsrenntag“ wurde von Fr. Arnold zu Zeiten des „Mülheimer Turftreffs“ angeregt. Ihr damaliger enger Vertrauter in Turfdingen, der werte Hr. Tiedtke, hatte für Derartiges stets ein offenes Ohr und das natürliche Talent es als eigene Idee „höheren Ortes“ vorzustellen. Die „Rennserie“ geistert schon seit vielen Jahren, nicht erst seit @parlos ‚Wanderungen‘ im Spätsommer 2012, durch dieses Forum (ach, ja, die Elite-Preppies von ConceptChallenge lasen auch mit und wurden folgerichtig 2013 dafür belohnt) und die „Verschiebung des Championats-Stichtags“ als medien-attraktives Finale der Grasbahnsaison wurde Hrn. Woeste, soweit dem Schreiber dieser Zeilen bekannt, im Herbst 2012 als logische Ergänzung zur Rennserie in einer schon ausführlicheren Konzeptskizze vorgestellt. (Er war natürlich begeistert und dankte für's Engagement ganz herzlich, konnte aber keine Leute im Sport aktivieren, die an der Sache weitermachen wollte - hatten vorgeblich alle Wichtigeres zu tun!) Nicht zu vergessen, dass das im Frühjahr 2009 in einer schon arg kastrierten Form eingeführte sog. „frz. Ausschreibungsmodell“ von einem engagierten Schreiber und aktiven Züchter/Besitzer völlig eigenständig entworfen, hier vorgestellt und diskutiert wurde, nachdem dieser Vorschlag bereits mindestens 1 Jahr zuvor der BV / dem DVR zur Kenntnis gegeben worden war, dort aber zunächst unbeachtet und unbeantwortet blieb (- wieder war es Hr. Tiedtke, der als Ablenkungsmanöver von anderen Problemen und auf Zuruf diese Steilvorlage plötzlich zur „eigenen Sache“ machte).

Um es noch einmal zu wiederholen: Manfred Ostermann kam in einer surreal bizarren außerordentlichen BV-Mitgliederversammlung unter unwürdigen Umständen ins Amt, auf der sich Niemand – schon gar nicht Personen, die während der Versammlung als Noch-Amtierende das Wort ergriffen – mit Ruhm bekleckert haben. Inwieweit dieses alle Anwesenden beschämende Schauspiel eine abgekartete Intrige zwischen widerstreitenden Partikular-Interessen in Führungskreisen war, lässt sich heute wohl nicht mehr ergründen. Ist auch egal.

Aus diesem tiefen Jammertal hätte ein glorioser Neustart entstehen können, ein Phönix aus der Asche. Hr. Ostermann (einziger zur Wahl stehender Kandidat!) und ein zugleich mit ihm durch Urwahl gebildeter neuer BV-Vorstand war dazu – wohl soeben noch - demokratisch legitimiert worden. Woran es im Sport erheblich mangelt und sich ein Neubeginn hätte orientieren können, hatte Hr. Kappes wenige Wochen früher in einem beeindruckenden Vortrag auf der ordentlichen BV-Jahresversammlung vorgetragen.

Hr. Kappes ist wohl immer noch nominales BV-Vorstandsmitglied – liest man heute seinen Vortrag von 2004, so erkennt man: die vorgetragenen Mängel und Schwächen des Sport – u.a. angemahnter fehlender innerer Zusammenhalt – bestehen unverändert weiterhin!

Übrigens: Hr. Kappes‘ Kommentar zu seiner Amtstätigkeit hier im Forum um den Jahreswechsel 2008 / 2009: „Dieses Amt wird völlig überschätzt, da kann man nichts ausrichten. Ein paar Mal im Jahr muss man Flagge zeigen!“ Jaja, wohl die weiße Kapitulationsflagge, wenn man nur zustimmen muss, wenn der Herr getreuliche Zustimmung einfordert. Es geht nichts über Nibelungentreue ...

Was belegt ernüchternder den („wahren“?) Erfolg der zehnjährigen Ostermann’schen Amtzeit, in einem Amt, das er nach eigenen öffentlichen Äußerungen nie angestrebt habe und mehr als einmal gerade in kritischen Situationen gerne abgegeben hätte?

Die Amtszeit begann dann – sichtbar – im Spätsommer 2005 auf der nächsten BV-Jahresversammlung: Hr. Ostermann und Kollegium präsidierten hoffnunggebend innovativ erstmals auf Augenhöhe mit dem Auditorium. Gottvater Ferdi und dessen Epigone bevorzugten im ihnen gemäßen kölschen Karnevalssitzungs-Stil jahrzehntelang den Blick aufs Auditorium von erhöhter Warte herab. Diese neue Form verdeckte kaum den schwachen Inhalt der neuen Packung: Keine Präsentation eines Regierungsprogrammes, einer Vision für die nächsten Jahre nach rigoroser Bestandsaufnahme und Lageeinschätzung. „Wir müssen uns selbst helfen, Andere tun es nicht, wir bauen uns folglich das Dt. Pferdeleistungszentrum, das vom lieben Schwager schon entworfen und durchgeplant ist und vor allem die anderen Pferdesportfakultäten mitfinanzieren sollen.“ In den Wind gerufen – trotz tosendem Beifall.

Späterhin „Jetzt machen wir den großen Wurf, sprich Strukturreform!
Weiß Anonymus-Finish, was das in und für „ordentliche Unternehmen“ bedeutet? Jedes Ziel, jedes Produkt, jede Funktion, jedes Unternehmenseinheit, jede Personalie wird auf den Prüfstand gestellt! Dafür holte man sich sogar externe Kräfte (Halm, Fr. Dingenskirchen), die entsprechende Erfahrungen vorweisen sollten. Das Ergebnis des hehren Ansinnens ist bekannt: siehe Murphy-Prinzip!
Der Schreiber dieser Zeilen hat in 2 MDAX-Unternehmen Strukturreformen miterlebt und z. T. mitgestaltet. Im ersten gibt der erste (rein interne) Versuch komplett in die Hose (Kosten leie0n aus dem Ruder, Ablösung der verantwortlichen Manager), der 2. Versuch wurde zum Krieg der UBs auf dem Rücken des Mandanten und der Stammbelegschaft und scheiterte ebenfalls, erst im 3. Versuch soll die Kurve genommen worden sein. Im anderen Unternehmen gelang die Strukturreform unter rigoroser Kontrolle des ausl. Mehrheitsaktionärs, der nach erfolgter Aktion den neuen integrierten Konzern von der Börse nahm.
Man sieht: die versuchte Strukturreform des Galopprennsports war nur ein stummer Schrei im Wind mit heute noch offenbaren Konsequenzen.

Unverdrossen dennoch auf jeder BV-Jahresversammlung die Ostermann’schen Aufforderungen zum Treuegelöbnis der versammelten Getreuen: „Habt nur Vertrauen, gebt uns noch etwas mehr Zeit: wir machen für Euch, macht Euch keine Sorgen – bald schon ist es so weit.“

Aber plötzlich braucht man für das neue „WIR-Gefühl“ Diejenigen, die man bisher nicht haben wollte: „Gebt uns nun Euer Geld, gebt reichlich – nicht als Spende, sondern als lukrative Unternehmensbeteiligung! Was wir damit machen wollen? Na, das hängt davon ab, wie viel Vertrauen / von Eurem Geld Ihr uns gebt[i].“

Es läge nicht an Hrn. Ostermann, meint Anonymus-Finish, denn „[i]Ostermann ist nicht der deutsche Galopprennsport. Es bedarf immer mehrerer Personen, um etwas zu verändern und zu bewegen
.“ Wohl war, aber hat Hr. Ostermann nicht 2-mal seine Wiederwahl von der Bestätigung „seines“ kompletten bisherigen Vorstands durch Akklamation abhängig gemacht? Kamen die Personal-Wechsel innerhalb der Amtsperiode nicht vor allem durch sein Zutun zustande? Wie oft wechselten operative Funktionsträger (Halm – Tiedtke – Vogel, Mäder – Tiedtke - Krüger). Also trägt im Wesentlichen ER allein die Verantwortung für die fehlende interne Innovationskraft. Mit nur einer Kanone auf 10 km Frontabschnitt kann freilich selbst der beste General keine Schlacht gewinnen.

Der öffentliche Dank der engen Vorstandskollegen galten den kompletten 10 Jahren! Warum vertröstet und begnügt sich Anonymus-Finish mit Dank und Lob auf die letzten ein / zwei Jahre?
Was führt er dafür als Pluspunkte an? Gerade die Maßnahmen, die die Großgestüter und –besitzer selbst am meisten profitieren lässt und für ihr Ausharren belohnt! Wenn er aber gerade diese 3 Punkte anführt, dann sollte er nicht verschweigen, dass die Neudefinition der Agl.-I-Klasse eine arge Enttäuschung wurde (OK – shit happens, nobody is perfect).
Wie steht es eigentlich mit der Gegenfinanzierung, woher haben die RVs (mit BV-Vorständen oft als RV-Präsiden) plötzlich das Geld?

Was ist eigentlich mit den Schattenhaushalten, wie z. B. "Zuchtfonds"? In welcher Bilanz stehen die?

Wieso wird der BV-Expertentag vom Oktober als "innovatives neues Format" propagiert? Im Wesentlichen sehr gut gelungene, informative und gut besuchte O&B-Tage gab es seit 2006 gut 5 Mal. OK, da wurde kräftig geklotzt mit aus dem Ausland angereisten Referenten, diesmal war's wohl kostengünstiger durch Referenten aus den eigenen Reihen.

Wird das „Ehrenamt“ nicht immer gerade dann betont, wenn es an professioneller Führung fehlt und das Ergebnis des amateurhaft gut Gewollten, doch schlecht Gemachten verharmlost werden soll? (Gilt dem Vernehmen nach aktuell übrigens auch für Woeste und Vogel.) Dabei gab es die Forderung nach einem vollzeit-angestellten professionellen Verbandsmanagement schon vor vielen Jahren in der „Vollblut“ („Gut gebrüllt, aber wissen Sie, was das kostet? Das ist nicht zu wuppen! Außerdem: wo bleibt dann unsere direkte Einflussnahme?).

… nur mit gebündelter Kraft etwas erreicht werden kann. Es gibt genug Personen, die sich schon engagieren oder Interesse bekundet haben“ – Richtig, sprechen Sie einmal direkt mit Funktionsträgern und äußern evtl. eigene Verbesserungsvorschläge, seien sie noch so klein - (wie es Hr. Kappes schon 2004 ausdrücklich einforderte!): Ihnen werden dafür unlautere Absichten, mangelnde Loyalität oder gar Majestätsbeleidigung unterstellt!
Außerdem gibt es seit Jahrzehnten drei Killerargumente für jede galoppsportliche Innovation: „haben wir schon vor Jahren intensivst besprochen und danach abgelehnt“ / „wie sind an diesem Thema gerade in intensivster Diskussion und Abstimmung – das ist schon längst in Auftrag gegeben“ / „wissen Sie, was uns das kostet – werden Sie das bezahlen?

Wo sind / sitzen also die Leute, die stets immer alles schlecht reden?

Hallo-wach, Anonymus-Finish, und weiterhin viel Spaß im neuen Jahr!


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 BeitragVerfasst: Do 15. Jan 2015, 18:28   
Rennleitung

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Inzwischen ist die „friedlich besinnliche Zeit“ um Ultimo vorüber und Anonymus-Finish hat in zwei weiteren SW-Kolumnen seine persönliche Sicht des aktuellen turfschländischen Treibens dargestellt. Im Hiesigen ist oft schon weniger als „geltungssüchtige, oberlehrerhafte Attitüde“ be- und verurteilt worden, aber so hat halt jeder seinen Stil.

Nichtsdestotrotz sind Finishs Kolumnen durchaus eine Bereicherung des Fachblatts, wenn er auch vor Weihnachten in Sachen Ostermann-Jubiläum wg. mangelhafter Recherche in anbiederndes Schwadronieren im herkömmlichen Heile-Welt-Stil des Fachblattes verfiel. Er liebt halt die souveräne Attitüde des Managements by Helicopter … mit dem Risiko gelegentlicher Bruchlandungen. Aber welcher Turfforist liest schon die SW, so ist der Schaden gering.

Inzwischen liegt (wie immer pünktlich vor Weihnachten) das Protokoll der letztjährigen BV-Mitgliederversammlung vor. Dies sollte für Anonymus-Finish eine erquickliche Quelle zum Studium des allzuoft nicht kritiklos zu würdigenden Ostermann‘schen Führungsstils sein:
Wie vornehm drechseln sich in dieser Veranstaltung die hohen Herren um die Aussprache des Namens „Hellwig“ herum, der offenbar im turfistischen Milieu dem des Unaussprechlichen gleichzukommen scheint. Keine 12 Jahre ist es her, dass eben dieser Herr der Mitgliederversammlung als höchst kompetenter und alternativloser Kandidat für das BV-Präsidenamt angedient wurde. Mit der ultimativen „Wahl“ wurde dann der Grundstein zum anschließenden turf-internen Triumviratskrieg gelegt, an dessen unrühmlichen Ende Herr Ostermann als BV-Präside in und aus höchster Not erwuchs wie Phönix aus der Asche.

Lt. Protokoll beklagt Hr. Woeste, dass ihn Fr. Weil-Daßbach nicht aktuell über die Entwicklung der brenzligen Frankfurter Affäre informiert habe. Hr. Ostermann kontert loyal, dass Fr. Weil-Daßbach IHN sehr wohl zeitnah und stets vollumfänglich in dieser Angelegenheit informiert habe – und das Auditorium begreift: die hohen Herren sprechen nicht miteinander im evtl. gebotenen Umfang.

Nebenbei erfährt man, dass die dt. Gruppenrennen zukünftig vom SID medial betreut werden sollen. Nun gut, aber gibt man dem Informationsdienst auch inhaltliche Substanz mit oder muss er sich den zu kommunizierenden Stoff selbst zusammenklauben?

Auch wird auf der Versammlung en passant darüber sinniert, zukünftig notleidende RVs direkt zu übernehmen und dann sportkonform fortzuführen. Donnerwetter! Das wäre allerdings eine Strukturreform gewesen, hätte man das überkommene System der dezentralen, lokalen Rennvereine in eine zentrale Betriebsgesellschaft analog zu France-Galop eingebracht. Jetzt kann man wohl bald in Iffze an dieser Aufgabe praktisch üben! Wie effizient könnte der dt. Galopprennsportneu ausgerichtet werden! Und dies gleich im Verbund mit der Reform des Glücksspielstaatsvertrages, in dem man entsprechende Weichen hätte stellen können. Tja, so etwas ist konstruktiv und innovativ. Aber die zementierte Argumentationsstrategie dabei war ein „nur alles so lassen wie es jetzt ist - ist doch schön bequem so und wir müssen uns gar nicht umstellen“ – wenig konstruktiv.

Wie so oft erscheint das Nichtgesagte auf dieser Veranstaltung wichtiger als das Gesagte und Niemand aus dem gläubig in Harmonie vor sich hin dösenden Publikum geruht nachzufragen: Was ist denn nun mit der visionierten Sandbahn in Köln? Was ist mit der Umsetzung von Projektideen, die in zwei lärmenden ConceptChallenges angeblich so viele wertvolle und gut verwertbare Erkenntnisse brachten? Wo sind die Elite-Eleven, die der Sport so sehr braucht zur Überwindung verkrusteter Strukturen und zur Lösung gravierender fachlicher Probleme?

Warum gibt es keine Langzeit-Fernsehserie, die das reale Leben und Treiben in Gestüten von der Planung der Anpaarungen bis zum Sieg des herangezogenen Pferdes in einem Rennen dokumentiert? So werden nachhaltig Publikumsstars gemacht – zu Zeiten, da selbst tumbe Deppen glauben mittels Fernsehen zum deutschen Superstar werden zu können. DAS wäre konstruktiv – aber wohl wieder zu teuer, gelle? Sei’s drum …

Wo ist die längst überfällige Medien-Initiative um das Publikum im Pferdeland Deutschland für den Galopprennsport zu begeistern? Ist nicht mehr erforderlich als ein Rennen für bisher ungeprüfte bzw. noch sieglose Pferde nicht mehr galopper-deutsch „Maidenrennen“ zu nennen? Wer arbeitet daran? Brütet Prinz Auersperg daran im stillen Kämmerlein?

Unsere rennsportlichen Großinvestoren waren sich vor einigen Jahren nicht zu schade, dem gemeinen Turfisten über eine Solidaritätsaktion ins Portemonnaie zu greifen („Das neue WIR-Gefühl – ‘mit im Boot sitzen‘ dürfen für ein ordentliches Eintrittsgeld! Egal, wer kommt, WIR nehmen Jeden mit ins Boot.“), aber sie sträuben sich, eben diese Person zu befragen, was man denn aus seiner Sicht alles am dt. Turfsport verbessern könnte. Ist das etwa konstruktiv? Ist das Zusammenhalt und kooperativer Führungsstil?

Wie konstruktiv und kooperativ es aber in Führungsgremien des Sports unter Ostermann’s Führung zugeht, das wurde dem Publikum in 2 Derbyreden öffentlich kundgetan. Man beachte in diesem Zusammenhang auch das Rein und Raus und evtl. schon wieder Rein prominenter Herren in diese Gremien (wo sind dort eigentlich die Damen?) – fast immer ohne Beteiligung des stimmberechtigten Wahlvolkes, das nur zum Abnicken benötigt wird.

Aktuell äußert sich Anonymus-Finish als Fan der Zusammenarbeit mit der PMU. Doch cui bono, wo ist denn hier der Zusammenhalt? Hat nicht jüngst Ostermann-Protegé Tiedtke geäußert, es sei sehr bedauerlich, dass aus dieser Zusammenarbeit dem Wettkunden 2 Pools zur Verfügung ständen? Wo ist der Zusammenhalt mit dem heimischen Wettkunden, dem man nun vorhält, dass er das für ihn attraktivere Produkt der PMU kauft? Nun, Innovationskraft war noch nie die Stärke unserer „Turf-Macher“, die einst planten ihren EQUITANA-Stand unter dem Motto „We are the Champions!“ aufzustellen.

Wenn man auf den so bitter benötigten Wettkunden nicht unverändert geringschätzig herabsehen würde, dann würde man ihm – gerne in Zusammenarbeit mit PMU – attraktive Wettprodukte aus einer Hand anbieten und darüber der fehlendem Popularität des Sports in der Öffentlichkeit entgegen wirken: „Spannender Sport zum Mitmachen über die Pferdewette mit attraktiven Gewinnmöglichkeiten!“

Doch viel bequemer ist es, sich mit den 3 % Provision aus dem PMU-Wettumsatz zu bescheiden und am fremden Tropf zu hängen anstatt 15 - 20 % aus dem selbst generierten Wettumsatz zu schöpfen. Immerhin erwirtschaftet so die PMU die Mittel für die Rennpreise, die in GER trainierte Pferde in FRA gewinnen – in Rennen, die es offenbar im heimischen Rennprogramm nicht gibt und zudem benötigte Startpferde abziehen. Hauptsache, die arg gebeutelten heimischen Besitzer sind zufrieden. Aber alles irgendwie nicht furchbar konstruktiv, gelle?

So wird denn auch dieses Jahr 2015 wie so viele vor ihm zu einem weiteren „Jahr des Übergangs“ – solange nur die Rennpreise und Züchterprämien steigen, egal wie unbefriedigend die Refinanzierung über Wettumsätze, Sponsoren, Merchandising, Medien verlaufen wird.

FAZIT: Im 11. Jahr des Ostermann’schen Präsidentums steht der Sport nur wenig entfernt vom misslichen Ausgangspunkt anno Ultimo 2004, die (z. T. selbst - wenn auch nicht von Herrn Ostermann - verursachten) Grund- und Strukturprobleme harren unverändert einer Lösung – und Niemand wagt es mehr vom Licht am Ende des langen Tunnels zu sprechen, es gar zu erkennen. Nicht einmal mehr der vorsitzende Lichtblicker aus Witten.


Ach ja, aktuell rappelt die Kiste mal wieder zu Iffze – dem Aushängeschild des dt. Turfgeschehens …. Es bleibt 2015 zum Verrecken spannend.


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 BeitragVerfasst: Fr 16. Jan 2015, 17:51   
Rennleitung

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Kann es im Galopprennsport überhaupt „Zusammenhalt“ geben – was ist dran am romantisch-rührseligen Mythos der „großen, über alle Grenzen inniglich verbundenen Rennsport-Familie“?

Das ureigenste Ziel der Vollblutzucht und des Galopprennsports ist die Besten-Auslese, also die klare Trennung von Guten und Schlechten. Sieger kann es dabei nur geben, wo es auch Verlierer gibt und im Galopprennsport ist die Zahl der Sieger sogar deutlich kleiner als die der Verlierer. Allgemein und von oben betrachtet. Natürlich darf sich auch der Besitzer und Züchter eines Kat. F-Rennens für einen winzig kleinen Moment als Sieger fühlen, selbst wenn er für diesen Glücksmoment so gut wie nichts beigetragen hat als in sein Portemonnaie zu greifen, so als Trostpflaster für die üblichen vielen Niederlagen.

Aber nicht nur rein sportlich folgt eine scharfe Trennung, das Sport-Establishment (oder was sich dafür hält), huldigt dem Kult des Elitären, des Auserwähltseins. Praktische Beispiele sind dafür offensichtlich:

- Das „Wir-Gefühl“ der sich Im-Boot-sitzend-Wahrnehmenden.

- Aber selbst wer meint „im Boot zu sitzen“, begreift bald „… da kann man ja nichts ausrichten!“

- Selbst der „Vorstand“ hat noch einen „inneren Kreis der Maßgebenden“, weil er nur so reagibel und entscheidungsfähig zu sein glaubt.

- Nur wer sich mindestens 20 Jahre intensiv mit Galopprennsport beschäftigt hat, der weiß gerade einmal, wie „Galopprennsport“ geschrieben wird (Turf-Glaubensbekenntnis nach dem Evangelium des Heiligen Ferdy von Kölle).

- Die Differenzierung nach „wahren Turffreunden“ und „ihrer Welt“ und dem (unwahren?) armseligen Rest der übrigen Welt (Turf-Glaubensbekenntnis nach dem Evangelium der Santa Cathrein vom Elbmünde - worin mag dieser Unterschied nur bestehen, gerade bei Denen, die sich für „wahr“ und „echt“ und „einzig“ halten, aber mehr als einmal peinlich beim Aufsagen von Unwahrheiten ertappt wurden?).

- Nur wer an einem Pferd beteiligt ist, darf mitreden (Turf-Glaubensbekenntnis nach dem Evangelium des Heiligen Hubbäät zu Tränsdal).

- Nur wer „Praktiker“ ist, hat Ahnung, alle Anderen reden nur Unsinn (- wo fängt der „Praktiker“ an – beim Besitz eines B-Ausweises, beim 5-%-Anteil am Pferd, wie viele Boxen muss man in welchem Zeitraum ausgemistet haben, beim Schreiben von launigen SW-Kolumnen als anonymer Verfasser?).


Und so kommt es denn, dass immerdar eitle Zwietracht herrscht zwischen Jenen, die sich für berufen halten zu urteilen die Gerechten und die Ungerechten, selbst wenn es ihnen dazu am nötigen feinen Verstand und am edlen Charakter gebrechen mag.

Und so kommt es denn, dass dieser facettenreiche Sport, der die Menschen wegen seiner Vielfalt in Faszination verbinden könnte, sie trennt wie einst jene Königskinder, zwischen denen ein reißender Strom tobte.

Darüber sollte sich der Anonymus-Finish einmal ein paar konstruktive Gedanken machen und uns salbungsvoll davon berichten!

Oder sollte letztlich Miss Jane Austen Recht behalten, die schon vor 200 Jahren wusste, obwohl ihrer artigen Seele der brachiale Turfsport wesensfremd war:
Zitat:
Voreingenommenheit bei mäßigem Talent schafft nur Unheil!


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 BeitragVerfasst: So 18. Jan 2015, 19:44   
Rennleitung

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Zitat:
… Wie gehabt ist auch „Finish“ wieder im Blatt. Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass diese Texte nicht aus der Redaktion kommen, sondern wirklich ungefilterte Beobachtungen aus Wetter-Kreisen sind.

So informiert uns Hr. P. Bücheler in der jüngsten SW-Ausgabe. Man sieht, die Kommunikation über den turfschländischen Medienverbund funktioniert! Immerhin ist Hr. Bücheler einer der wenigen aktiven turfschländischen Journalisten, die ernstzunehmen sind und sich um einen Stil weg vom branchentypischen Großsprech und Großtun bemühen. Der Qualitätsgewinn der SW ist beachtlich, seitdem er die Chefredaktion übernommen hat. Dafür gebührt ihm Anerkennung und deshalb soll sein Hinweis nicht unbeachtet bleiben oder als opportunes Gewäsch abgetan werden.


Doch zurück zum „turfistischen Zusammenhalt“, den Anonymus-Finish neulich eingefordert hat. Das Sujet ist facettenreich.

@parlo sprach im vergangenen Sommer einen „kleinen Besitzer“, dem der Lebenstraum wahr wurde – sein Pferd gewann das Dt. Derby. @parlos Frage war naheliegend: „… und wie war das nach dem Derby?“ Neben einigen sympathischen Erinnerungen und schönen persönlichen Anekdoten hörte er dann: „Das hat manchem Großgestüter gar nicht gefallen, dass „Unser“ gewonnen hat. Das finden die nämlich gar nicht toll, wenn sie so viel über Jahre in den Sport investieren und dann schnappen "[i]Solche wie wir“ ihnen den Sieg vor der Nase weg. Die Glückwünsche kommen aus dieser Richtung also eher gequält rüber und mit steifer Oberlippe; sie sind kaum wirklich herzlich[/i].“

Ja, das kann der @parlo nachvollziehen. Als er einmal an einem Pferd beteiligt war, das zur erweiterten Jahrgangsspitze gehörte, da schlug ihm auch manche Missgunst-Bekundung entgegen. Nicht zuletzt von Leuten, denen er einst eine Beteiligung an diesem Pferd angeboten hatte. Ein Bremischer Großbesitzer, damals führend in Turfschland, guckte mehr als einmal „not amused“ rüber, wenn „dem @parlo Seiner“ wieder einmal vor einem Seiner einkam. Was im Direktvergleich immerhin 6 Mal bei 7 Rennen geschah - welch ein persönlicher Triumpf! Wahrscheinlich der Höhepunkt jenes Lebensabschnitts! Und die Reaktion war fast turf-typisch: „Seid dankbar, denn dessen Mutter habe ICH gezüchtet.“ Ja, so gemeinschaftet man mal eben die Erfolge Anderer und nimmt sie für sich selbst in Beschlag. Ein feiner „Zusammenhalt“ ist das, ganz sportsmen-like!

Ganz zu schweigen von dem Zusammenhalt innerhalb von Besitzergemeinschaften. Am überschwänglichsten wurden die Erfolge der Pferde von den Teilhabern zelebriert, die den kleinsten Anteil hatten. Und beide Besitzergemeinschaften scheiterten auf der menschlichen Ebene letztlich just am Tage des größten sportlichen Erfolges des gemeinsam besessenen Pferdes. Hoppla - hier komm ICH! So ist das, wenn Einige den Hals nicht voll kriegen im Überschwang des momentanen Triumpfes.

Wie es aber um den Zusammenhalt zwischen Leuten bestelt ist, die sich z. B. über dieses Forum kennengelernt haben, da gebietet der Anstand Schweigen.

Kurz gesagt: „Sie“ nehmen allesamt gerne, gerne auch mehr. Gibt ja das gute Gefühl des Umworbenseins und der persönlichen Wertschätzung. Beim Geben und Danken sind „sie“ hingegen eher sparsam. Auf dieser Basis kann natürlich keine tragfähige Partnerschaft zwischen vermeintlich Gleichgesinnten auf Augenhöhe begründet sein – bei aller freundschaftlichen Großzügigkeit und aufgeschlossenem Entgegenkommen gibt es irgendwann Grenzen. Zweckverbunde mit dem Ziel eigennütziger persönlicher Vorteilsnahme zu Lasten von Partnern führen über kurz oder lang zu einem Empfinden angewiderten Fremdschämens (beim Geber).

Muss man sich das antun? Bei einer Freizeitbeschäftigung, die sich des „hohen Niveaus“ ihrer Adepten rühmt, dem großen Sportsgeist und des Idealismus? Wie hoch ist der Preis für „Freundschaft“? Letztlich eine Frage der Selbstachtung.

„Us @amelie“ sagte vor einigen Wochen dem @parlo, der sie zufälligerweise durch ein irrtümliches Verwählen an den Tel.-Hörer bekam, sie hätte alle Leute aus dem Forum rausgeschmissen, die versucht hätten, sie zu erpressen. Schön, wenn’s so wäre …


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 BeitragVerfasst: So 18. Jan 2015, 22:45   
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Beiträge: 2677
Wohnort: Oberharz
parlo hat geschrieben:
„Us @amelie“ sagte vor einigen Wochen dem @parlo, der sie zufälligerweise durch ein irrtümliches Verwählen an den Tel.-Hörer bekam, sie hätte alle Leute aus dem Forum rausgeschmissen, die versucht hätten, sie zu erpressen. Schön, wenn’s so wäre …

Was es in Turfschland nicht alles für Sachen gibt! Dem Schmelz schmeißt über Nacht ein böser Dämon parlos Buch in den Briefkasten, sein Server bekommt den Overdose-Schluckauf und der parlo ruft aus Versehen die Amelie an.

_________________
Deutsches Derby 2016
Bilder der Derby-Teilnehmer 2016


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 BeitragVerfasst: Di 20. Jan 2015, 17:57   
Rennleitung

Registriert: Mi 1. Dez 2010, 20:26
Beiträge: 429
@Parlo:

"MO" ist das beliebteste Altkennzeichen

http://www.rp-online.de/nrw/mo-ist-das- ... -1.4811186


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 BeitragVerfasst: Do 22. Jan 2015, 17:36   
Rennleitung

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Inzwischen ist das SW-Interview mit G. Schmitt online einsehbar.

Darin finden sich Bemerkungen und Gedanken wieder, die im Hiesigen (nicht zuletzt in diesem Thread) schon in ähnlicher Weise geäußert wurden und die den von Anonymus-Finish so heroisierend eingeforderten Zusammenhalt relativieren. Hier einige Kernsätze aus diesem Interview:

Zitat:
Ich finde es super, dass es solche Leute auch im Galopprennsport und nicht nur im Fußball gibt, die bereit sind, eigenes Geld in die Hand zu nehmen, um etwas Gutes und Bleibendes für alle Galopp-Fans auf die Beine zu stellen. … die u. a dafür sorgen, dass das leider sehr wenig vorhandene „Wir-Gefühl“ im Galopprennsport wieder aufleben kann. …. Aber auch als Patriot wird es einem im deutschen Rennsport derzeit nicht leicht gemacht.“


Dass es mit dem Zusammenhalt auch im virtuellen Turfnirvana hapert, ist keine Überraschung– ein Jeder ist sich der Größte, Beste und Schlaueste-wo-gibt-überhaupt, selbst wenn es dafür keinen erkennbaren Grund gibt. Halt nur, „weil man es sich wert ist“ und allein darauf kommt es an – der Schein bestimmt das Sein des „wahren“ Turfforisten.

Und wie steht es z. B. mit dem Zusammenhalt von Besitzern und den „Aktiven“, die von ihnen alimentiert werden? Wie viele „Aktive“ verdienen sich wortwörtlich ein Zubrot, indem sie ihre Patrone an der Nase rumführen, ihnen Turflatein erzählen, ihnen Informationen vorenthalten, die Dritten gegeben werden? Wie viele Besitzer werden mal um mal überschwänglich auf die Zukunft vertröstet, weil „ihr Pferd noch nicht so weit sei, aber (mit Sicherheit!) noch kommen wird ….“? Wie viele Trainer gibt es (immer noch), die spätestens nach dem zweiten Bierchen munter plaudern über „diese Idioten“, also die Besitzer, die Pferde bei ihnen eingestellt haben; die zwar fleißig Trainingsgeld zahlen, aber dafür tatsächlich erwarten, dass ihr Pferd einmal gewinnen möge? Und diese Beurteilung - „völlig ahnungsloser Idiot“ - wird reihum breit verteilt, je nach dem, mit welchem Besitzer nämliche Aktiven zufälligerweise gerade zusammenstehen. Nur „wir“ sind die Schlauen, alle Anderen sind stets die Doofen. Aber immer so schön luschtig, wenn man so locker über Andere ablästern kann – man fühlt sich dabei fast als eingeweihter Insider.

Hr. Steigenberger hat vergangenes Jahr öffentlich recht freimütig und eingedenk der eigenen Schwächen (die heute hoffentlich überwunden sind) facettenreich über sein Leben im Rennsport berichtet. Doch da gibt es manches Döneken, das er selbst nicht erinnern kann oder mag, wie „erfolgreiche Aktive und renommierte Experten“ ihm während seiner Turf-Hochzeit in nicht mehr nüchternem Zustande für gutes Geld plentyful Pferde anzudienen versuchten. Wie oft wurde dies versucht, wie oft mag dies gelungen sein? Wie oft wurde und wird dieses Spiel in der einen oder anderen Variante bei Anderen gespielt …. den v. Fincks, den Heidens, den „Nordpols“ …. und nicht zuletzt bei jedem „kleinen“ Besitzerlein und solchen, die es so gerne werden möchten? Ist das das Geld, das den Sport geschmiert hat und weiterhin schmiert und ihn mehr schlecht als recht am Leben hält?

Ja, mit dem Zusammenhalt kann es in diesem Sport definitionsgemäß nicht weit her sein, denn der persönliche Erfolg des Einen ist immer der persönliche Misserfolg mindestens eines Anderen – the winner takes it all. Darauf wächst dann der Neid, die Missgunst, die Eifersucht, die Schadenfreude, der Tratsch, der Dünkel, die Anmaßung, die Geltungssucht, die Selbstgerechtigkeit, die Verlogenheit, die üble Nachrede in diesem Milieu. Alles, was mit fairem Sportsgeist und „most gentleman-like sport“ nichts zu tun hat. Die menschlichen Unzulänglichkeiten, die den Sport so dubios und unattraktiv in den Augen von Leuten von Bildung und Niveau machen, die - und vor allem deren Geld - der Sport zu seiner Gesundung so sehr bräuchte.

Eine Gesundung, die von außen kommen muss, denn das Innere kann aus eigener Kraft nicht gesunden, das Gift ist zu weit eingedrungen. Wie die im Wesentlichen vergeblichen Versuche zur Restrukturierung des Sports in den vergangenen 10 Jahren bezeugen.

Zusammenhalt erfordert z. B. Loyalität und Respekt auf Gegenseitigkeit. Wo sind diese?


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 BeitragVerfasst: Do 22. Jan 2015, 20:21   
Rennleitung

Registriert: Mo 15. Dez 2014, 19:03
Beiträge: 528
Ist schon Alles ziemlich zutreffend... :x :x

Aber wieso sollte es im "Galopprennsport" anders sein als im normalen Leben??

Schade.


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 BeitragVerfasst: Do 22. Jan 2015, 21:02   
Rennleitung

Registriert: Mo 11. Apr 2011, 09:24
Beiträge: 412
parlo hat geschrieben:

Dass es mit dem Zusammenhalt auch im virtuellen Turfnirvana hapert, ist keine Überraschung– ein Jeder ist sich der Größte, Beste und Schlaueste-wo-gibt-überhaupt, selbst wenn es dafür keinen erkennbaren Grund gibt.



Stimmt. Sie sind das beste Beispiel. :lol: :lol: :lol: :lol:
Keine Ahnung und auch der festen Meinung das sie der Größte, Beste und Schlauste sind. :lol:
Der Größte werden Sie sicherlich nie werden und auch den Rest bezweifle ich.
Gehen Sie doch mal zu einem Rennverein und arbeiten Sie dort mit, dann wird dieser Verein bald das Vorbild für andere.
Oder gehen Sie zu einem Gestüt und beraten Sie dort in allen Fragen. Da alle anderen Ahnungslos sind müßten Ihre Kunden das Feld aufrollen. :o

Bis dann GUTE NACHT! :roll:


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 BeitragVerfasst: Do 22. Jan 2015, 22:39   
Rennleitung

Registriert: Di 2. Nov 2010, 09:47
Beiträge: 2218
parlo hat geschrieben:
Zusammenhalt erfordert z. B. Loyalität und Respekt auf Gegenseitigkeit. Wo sind diese?
wow, etwa ein Anflug von Selbsterkenntnis? dann H & B auf dem ersten Schritt zur Besserung :o warten wir mal ab, wie lange der Hauch anhält ;)


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 BeitragVerfasst: Do 29. Jan 2015, 19:08   
Rennleitung

Registriert: Sa 6. Nov 2010, 23:42
Beiträge: 1287
Anonymus-Finish hat ein großes Harmonie-Bedürfnis. Zusammenhalt ist ihm überaus wichtig. Drum zollt er in seiner jüngsten SW-Kolumne all Jenen Respekt, die die Rennen dankenswerter Weise sicher stellen.

Seien es die Sandbahnrennen unter unwirtlichsten äußeren Umständen, sei es Jenen, die für 2015 die Iffzer Rennen mittels einer „Übergangsregelung“ gesichert haben.

Nicht so überraschend nach @parlos Vorrede rät Anonymus-Finish den „Allgewaltigen des Sports“ die Hinweise von Guido Schmitt nicht unbedacht zu lassen. Seine Worte ins Ohr der Allgewaltigen ….

Konkreter wird nun Hr. Leve in der SW. Auch er appelliert an den Zusammenhalt und fordert zu einer Geldsammelaktion zunächst bei Jenen auf, denen an den Winterrennen gelegen ist. Denn die Winterrennen unter jetzigen Umständen seien des Rennsports unwürdig.

Wohlan denn, Hr. Leve ist als Architekt ein in Systemzusammenhängen denkender Mensch. @parlo schätzt diese Eigenschaft sehr – wie dem geneigten Leser über die Jahre nicht unbemerkt geblieben sein sollte. Gibt im Sport ja nicht viele von dieser Sorte. Denn dann ginge es ihm besser. Dafür smarte Provisionsschneider und Vertriebler en Gros und en Detail plentiful.

Ja, wenn‘s ans Geldeinsammeln geht - natürlich stets „für den guten Zweck“ – dann gibt es plötzlich keine Ausgrenzungen mehr. Egal, wer kommt - wir nehmen's von Jedem und gerne. Darf ruhig ein bisschen mehr sein. pecunia non olet.

Doch seien wir einmal konsequent:

- Geldsammelaktion zur Durchführung der Winterrennen auf rennwürdigen Geläufen (hat sein Schwager MO nicht vor einem Jahr eine komplett neue Sandbahn in Köln als Vorhaben genannt oder haben wir das nur geträumt?)
- Geldsammelaktion zur Sicherung der Iffezheimer Rennen durch Ablösung lästiger Altgläubiger
- Geldsammelaktion zur Übernahme „notleidender“ Rennvereine durch BV / DVR / „German Racing“
- Geldsammelaktion für Renovierungsarbeiten und Verbesserungen der renntechnischen Ausstattung auf xx Rennbahnen („Prämiumbahnen“)
- Geldsammelaktion für eine Fernsehdokuserie „Ein Jahr in Vollblutgestüt und Rennstall“ – damit endlich Jedermann sichtbar wird, was dieses Sport bedeutet, wenn man ihn ernsthaft betreibt
- Geldsammelaktion zur Durchführung einer „echten“ Restrukturierung des dt. Galopprennsports, die alle Problembereiche einschließt.

Warum eigentlich plötzlich wieder Geldsammelaktion in Spendenform, wo doch das Mit-ins-Boot-Beteiligungsmodell „Neues WIR-Gefühl“ so erfolgreich war?

Die Mittelerfordernisse sind nach oben unbegrenzt. Dem Turffreund – ob „wahr“ oder nicht - wird noch Manches auferlegt werden, wenn er weiterhin sein Hobby nach Väter Sitte frönen will. Der Wetter indes erlebt das schon seit vielen Jahren durch stetig unattraktivere Wettprodukte und steigende Abzüge.

Wie groß wäre denn nun ein halbwegs realistischer Mittel-Gesamtbedarf? Wer definiert unter diesem Gesichtspunkt die Prioritäten von Maßnahmen – finanziell, zeitlich? Wo ist das benötigte Koordinationskonzept für die aufeinander abgestimmt umsetzenden Maßnahmen? Wer setzt das Konzept im realistischen Zeithorizont um? Wer kontrolliert den Maßnahmenfortschritt, damit nur wenig verschwendet wird? Können Leute, die Teil der aktuellen Probleme sind, Teil einer zukünftig halbwegs funktionierenden Problemlösung sein? Nach 10, 15, 20 Jahren der ehrenwerten Absichtserklärungen bei operativem Stillstand? Wie schaffen es die dynamischen, erfolgreichen Unternehmer, die sich in den Sport-Gremien finden, den Galopprennsport zu verwalten wie Opas Karnickelzüchterverein von Anno Zwieback?
Ach ja, Die wollen ja nur spielen und dabei ein bisschen Spaß haben, etwas Pferde züchten und sie im edlen Wettstreit gegeneinander erproben – doch anstatt gehobene Freizeitvertreib dann der gleiche Ärger, den man schon im eigenen Business hat.

Voltaire hat geschrieben:
Wir haben nur drei Tage zu leben, und die sollten wir so leicht wie möglich verbringen.“


Tja, Anonymus-Finish – es gäbe viel zu bereden und offensichtlich weitaus mehr zu tun. Auch in Ihren Kolumnen. Schönreden, Ablenken und Gesundbeten kann Jeder. Darauf wurde schon genug Zeit verschwendet.

Dennoch weiterhin viel Spaß beim Kolumnenschreiben!


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 BeitragVerfasst: So 26. Apr 2015, 08:01   
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Beiträge: 330
Parlo sagt, Parlo sagte, dass Computer Technik gepaart mit entsprechenden Algorithmen heutzutage alle Art von Voraussagen immer mehr präzisieren.

Schaut man zB. morgens aus den Fenster, denkt man : Die Leute vom Wetter hatten wieder recht.

Eigentlich haben sie fast immer recht, liegen sie fast immer richtig. Im Gegensatz zu früher.

In Zukunft wird man auch beim Pferdewetten keine Chance mehr gegen dieses Phänomen haben, irgendwann werden die Leute dann merken, dass sie beim Pferdewetten nur noch Null Chancen haben, ähnlich wie beim Schachspielen gegen die Schachcomputer mit ihren ausgeklügelten Algorithmen.

Sie werden dann peu a peu das Wetten auf Pferde ganz einstellen, bis der gesamte Rennsport völlig zum Erliegen kommt, oder die Besitzer von Rennpferden, wie zu Beginn, alles mit sich, unter sich, ausmachen.


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 BeitragVerfasst: So 26. Apr 2015, 08:21   
Rennleitung

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Wohnort: münchen
nur gut, das dieser "parlo" noch nie recht hatte. mit nix, sozusagen ...


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 BeitragVerfasst: So 26. Apr 2015, 09:45   
Rennleitung
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Wohnort: Oberharz
manto hat geschrieben:
nur gut, das dieser "parlo" noch nie recht hatte. mit nix, sozusagen ...

Also das kann man nicht sagen. Im Hinblick auf den Manto trifft er jedenfalls voll ins Schwarze.

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 BeitragVerfasst: Mo 26. Okt 2015, 23:04   
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Parlo von vielen verkannt.


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